Deutsches Fernsehballett gerettet!

Gleich die gute Nachricht vorneweg: Nachdem im vergangenen Jahr das Ende des Deutschen Fernsehballetts zum 31. März 2014 drohte, steht nunmehr fest: Das Deutsche Fernsehballett ist gerettet!

Viele Veranstalter, Firmen, TV-Sender und auch viele Prominente meldeten sich, als sie im vergangenen November vom Ende des Deutschen Fernsehballetts zum 31. Märt 2014 gehört hatten und waren schlichtweg entsetzt. „Das Ballett darf nicht sterben“  war der Tenor.

Das Deutsche Fernsehballett hat eine regelrechte Hilfswelle und einen Buchungsaufschwung erlebt, der vorsichtig als sensationell bezeichnet werden kann. Viele Interessenten wollen eines der besten Tanzensembles der Welt weiterhin einsetzen. Die Auftragsbücher sind zum Bersten gefüllt.

Entertainer Hape Kerkeling, ZDF-Showmoderatorin Carmen Nebel, Stargeiger David Garrett, die berühmte Semperoper Dresden werden mit dem Deutschen Fernsehballett spannende Projekte realisieren – und das Deutsche Fernsehballett wird beim „Weihnachtsoratorium“ von Dirigent und Opern-Regisseur Christoph Hagel im Berliner Dom mitwirken.

Angesichts der guten wirtschaftlichen Perspektiven des Deutschen Fernsehballetts verzichtet das Deutsche Fernsehballett auf die angekündigte Schadenersatzklage gegen den MDR.

Das Deutsche Fernsehballett ist sehr glücklich, dass die Erfolgsgeschichte des Balletts, die am 1. April 2014 dann seit 52 Jahren andauert, weitergeschrieben wird!

Die Deutsche Presseagentur dpa meldet:

Deutsches Fernseh-Ballett ist gerettet – Aufträge bis 2015

Berlin (dpa) - Das von der Schließung bedrohte Deutsche Fernsehballett ist gerettet. Die Privatcompagnie könne bis mindestens Ende 2015 weiter tanzen. «Wir haben volle Auftragsbücher», sagte Manager Peter Wolf der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Berlin. Ende November hatte Wolf angekündigt, das Ballett Ende März 2014 nach fast 52 Jahren schließen zu wollen. Daraufhin sei das Deutsche Fernsehballett «von einer Welle der Solidarität geradezu überrollt worden».

Prominente, darunter Hape Kerkeling, Carmen Nebel und David Garrett, hätten mit dem Deutschen Fernsehballett «spannende Projekte vereinbart.» Angesichts der guten Perspektiven verzichte die Compagnie auf eine Schadenersatzklage gegen den MDR.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) hatte nach dem Ende der DDR das Fernsehballett weitergeführt. Für 2012 und 2013 hatte der Sender dem Deutschen Fernsehballett ein Auftragsvolumen von rund einer Million Euro garantiert. Für 2014 wollte der MDR keine Zusagen mehr machen. Daraufhin hatte Wolf die Schließung und die Klage gegen den MDR angekündigt. Der Sender habe seine Zusagen nicht eingehalten, begründete Wolf seine Ankündigung. Der MDR hatte diese Darstellung zurückgewiesen.

Die Rettung des Balletts sei mit der Sicherung von rund 35 Arbeitsplätzen verbunden. In den kommenden Monaten sind mehrere Fernsehauftritte geplant, darunter Shows mit Hape Kerkeling und Carmen Nebel im ZDF. Das Ballett werde auf mehr als 20 Stationen der Herbst-Tournee des Geigers David Garrett tanzen. Auch 30 Auftritte zu Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium im Berliner Dom stehen für dieses Jahr auf dem Programm. Die Compagnie werde weiterhin Mieter der Probenräume des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin sein, der Fundus bleibe in Berlin-Adlershof.

Der Deutsche Kulturrat hatte das Fernsehballett im Januar 2014 auf die Liste bedrohter Kulturinstitutionen gestellt. Geschäftsführer Olaf Zimmermann sagte auf Anfrage, das Ballett sei ein wichtiger Teil von guter Unterhaltung, der ebenso geschützt werden müsse, wie etwa ein Opernhaus. Er hoffe, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nun das Ballett auch mit Aufträgen unterstützen.

Nach der Wende war die Tanztruppe immer wieder in großen TV-Shows aufgetreten - zuletzt unter anderem bei Florian Silbereisen, Carmen Nebel und Inka Bause. Gegründet wurde das Ensemble 1962 vom Deutschen Fernsehfunk der DDR. Nicht nur Kostüme, Musik und Bewegungen waren exotisch. Zu den bekannten Solistinnen gehörten die Ungarin Emöke Pöstenyi sowie die Halbamerikanerin Susan Baker, die in der DDR Starstatus genossen. Sie traten in Shows wie «Ein Kessel Buntes» auf. Das Ballett eignete sich mehr als 1400 Choreografien an.

Das Deutsche Fernsehballett gehörte wie bis heute das Tanzensemble am Friedrichstadtpalast zu den Größen in der ostdeutschen Showbranche. Dabei glückten allerdings nicht alle Auftritte: Ein Engagement 2011 für den umstrittenen Machthaber Tschetscheniens auf Kosten der Gebührenzahler löste Proteste aus und führte letztendlich zum Verkauf durch den MDR an Peter Wolf.